Benoît Cœuré (* 17. März 1969 in Grenoble, Frankreich) ist ein französischer Wirtschaftswissenschaftler. Von 2012 bis 2019 war er Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank.
Cœuré studierte zunächst an der Elitehochschule Ecole Polytechnique (X) und parallel dazu Japanisch, danach an der École nationale de la statistique et de l’administration économique (ENSAE). Er arbeitete für das Nationale statistische Amt Frankreichs (INSEE) und war Direktor der Agence France Trésor.
Am 29. November 2011 votierten die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen in Brüssel einstimmig für Benoît Cœuré als Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB).[1][2] Im Januar 2012 trat Cœuré die Nachfolge von Lorenzo Bini Smaghi an. Nach achtjähriger Amtszeit schied er am Jahresende 2019 aus dem Gremium aus.
Am 20. Mai 2015 geriet Benoît Cœuré in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er Insiderinformationen an Hedge-Fonds weitergegeben hatte.[3] Rechtliche Konsequenzen wurden daraus jedoch nicht gezogen, da die Frage, ob die EZB publizitätspflichtig ist, nicht abschließend geklärt ist.[4]
Im Anschluss an seine Tätigkeit bei der EZB wechselte Cœuré im Januar 2020 zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, um die Leitung ihres Technologiezentrums (Innovation Hub) zu übernehmen.[5]
Personendaten | |
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NAME | Cœuré, Benoît |
KURZBESCHREIBUNG | französischer Ökonom |
GEBURTSDATUM | 17. März 1969 |
GEBURTSORT | Grenoble, Frankreich |