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Am 19. Mai findet der Welt-CED-Tag stattUnterschiedliches Befallsmuster bei Morbus Crohn (links) und Colitis ulcerosa (rechts)
Unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED; englischinflammatory bowel disease, IBD) versteht man wiederkehrende (rezidivierende) oder kontinuierliche entzündliche Erkrankungen des Darms. Die beiden häufigsten Vertreter sind die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn.[1][2][3] Seltener sind die kollagene und lymphozytäre Colitis als Formen der mikroskopischen Colitis, die nur histologisch diagnostiziert werden kann.[4]
Unterschiede bei Symptomen und unterschiedliche endoskopische Charakteristika[6][7][8]
Colitis ulcerosa
Morbus Crohn
Entzündungsmuster: kontinuierlicher Befall, erstreckt sich vom Mastdarm aus, nur der Dickdarm ist betroffen, selten Ausbreitung ins Ileum (Backwash-Ileitis)
diskontinuierlicher Befall (wird von gesunden Abschnitten unterbrochen), gesamter Verdauungstrakt betroffen (Mund bis Anus)
Bauchschmerzen, krampfartig, oft mit Stuhlentleerung, oft im linken Unterbauch schmerzhafter Stuhldrang („Tenesmus“)
Bauchschmerzen, oft krampfartig, häufig im Unterbauch lokalisiert
aufgehobene Gefäßzeichnung der Darmschleimhaut (nur die oberste Schicht der Darmwand ist betroffen, also Mukosa und Submukosa)
Symptome einer Mangelversorgung mit Nährstoffen (vor allem bei MC des Dünndarms), Gefäßzeichnung meist erhalten; alle Schichten der Darmwand können betroffen sein (transmural)
Die genaue Ursache der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen konnte bisher nicht geklärt werden. Die aktuelle Forschung zeigt ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, dem Mikrobiom des Darms, Umweltfaktoren sowie eine abnormale Immunantwort als mögliche Ursachen für diese Erkrankungen.[9]
Genomweite Assoziationsstudien (GWAS), Sequenzierungsstudien der nächsten Generation und andere Analysen haben über 240 nicht überlappende genetische Risikoorte identifiziert, von denen etwa 30 genetische Orte zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gemeinsam sind (Vgl. Zhang et al.)[10]. Diese Gene beeinflussen u. a. die Durchlässigkeit der Epithelbarriere und ermöglichen dadurch das Eindringen von Bakterien. Diese stimulieren das angeborene Immunsystem. Es resultieren entzündliche Reaktionen, teilweise durch Sekretion extrazellulärer Mediatoren. Es werden dadurch andere Zellen angelockt, einschließlich Zellen des adaptiven Immunsystems[11].
Es wurde angenommen, dass bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen psychosozialer Stress auch zu einer Fehlregulation der Immunantwort und – bei entsprechender Veranlagung – zur Krankheitsaktivierung beitrug. 1950 beschrieben Franz Alexander in den Holy Seven die chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als psychosomatische Krankheit. Diese historische Annahme kann inzwischen als widerlegt gelten; es lassen sich keine Persönlichkeitseigenschaften, psychische Störungen oder bestimmte Einzelfaktoren bestimmen („CED-Persönlichkeit“), die in enger, kausaler Verbindung zu CED stehen.[12][13]
Beschwerden wie Angst und Depression, die als Komorbidität verstanden werden, kommen bei Patienten mit CED gehäuft vor und können den Erkrankungsverlauf erschweren.[14]
Luca Pastorelli et al.: Central role of the gut epithelial barrier in the pathogenesis of chronic intestinal inflammation: lessons learned from animal models and human genetics. In: Frontiers in Immunology. Band4, 17. September 2013, S.280, doi:10.3389/fimmu.2013.00280, PMID 24062746, PMC 3775315 (freier Volltext) – (englisch).
Mei Lan Chen, Mark S. Sundrud: Cytokine Networks and T-Cell Subsets in Inflammatory Bowel Diseases. In: Inflammatory Bowel Diseases. Band22, Nr.5, Mai 2016, S.1157–1167, doi:10.1097/MIB.0000000000000714, PMID 26863267, PMC 4838490 (freier Volltext) – (englisch).
Dan Turner et al.: STRIDE-II: An Update on the Selecting Therapeutic Targets in Inflammatory Bowel Disease (STRIDE) Initiative of the International Organization for the Study of IBD (IOIBD): Determining Therapeutic Goals for Treat-to-Target strategies in IBD. In: Gastroenterology. Band160, Nr.5, April 2021, S.1570–1583, doi:10.1053/j.gastro.2020.12.031, PMID 33359090 (englisch).
Anna Kofla-Dłubacz et al.: Etiology of IBD-Is It Still a Mystery? In: International Journal of Molecular Sciences. Band23, Nr.20, 18. Oktober 2022, S.12445, doi:10.3390/ijms232012445, PMID 36293300, PMC 9604112 (freier Volltext) – (englisch).
↑D. C. Baumgart, W. J. Sandborn: Inflammatory bowel disease: clinical aspects and established and evolving therapies. In: The Lancet. Band369, Nr.9573, 2007, S.1641–1657, doi:10.1016/S0140-6736(07)60751-X, PMID 17499606.
↑R. J. Xavier, D. K. Podolsky: Unravelling the pathogenesis of inflammatory bowel disease. In: Nature. Band448, Nr.7152, 2007, S.427–434, doi:10.1038/nature06005, PMID 17653185.
↑Qingdong Guan: A Comprehensive Review and Update on the Pathogenesis of Inflammatory Bowel Disease. In: Journal of Immunology Research. Band2019, 1. Dezember 2019, ISSN2314-8861, S.1–16, doi:10.1155/2019/7247238 (hindawi.com [abgerufen am 20. Oktober 2022]).
↑Yi-Zhen Zhang: Inflammatory bowel disease: Pathogenesis. In: World Journal of Gastroenterology. Band20, Nr.1, 2014, ISSN1007-9327, S.91, doi:10.3748/wjg.v20.i1.91 (wjgnet.com [abgerufen am 20. Oktober 2022]).
↑The International IBD Genetics Consortium (IIBDGC), Luke Jostins, Stephan Ripke, Rinse K. Weersma, Richard H. Duerr: Host–microbe interactions have shaped the genetic architecture of inflammatory bowel disease. In: Nature. Band491, Nr.7422, November 2012, ISSN0028-0836, S.119–124, doi:10.1038/nature11582 (nature.com [abgerufen am 20. Oktober 2022]).
↑Gabriele Moser: Psychosomatik der Darmerkrankungen. In: Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Band52, Nr.2, 2006, S.112–126.
↑Lesley A. Graff et al.: Depression and anxiety in inflammatory bowel disease: A review of comorbidity and management:. In: Inflammatory Bowel Diseases. Band15, Nr.7, Juli 2009, S.1105–1118, doi:10.1002/ibd.20873 (englisch).
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