Graphical Kernel System (GKS) war der erste ISO-Standard für Computergrafik (ISO/IEC 7942), er wurde 1977 eingeführt. In Deutschland war er früher nach DIN 66252 geregelt. Im deutschen Sprachraum wird GKS auch als Graphisches Kernsystem bezeichnet. Wesentlichen Anteil an der Entwicklung trägt Professor José Luís Encarnação.
GKS ist vektororientiert und basiert auf Eingabeprimitive und Ausgabeprimitive:
Als Eingabeprimitive gelten in GKS
Stroke
Valuator
Choice
Pick
String
Als Ausgabeprimitive gelten in GKS
Polyline (Linienzug)
Polymarker (Symbol zur Punktmarkierung)
Text
Fill Area (Polygone, welche mit einem Muster gefüllt werden)
Cell Array (zur Darstellung von Rastergrafiken)
s. g. Generalized Drawing Primitives GDP (eine Schnittstelle für GKS-Erweiterungen, hauptsächlich genutzt für Kreise und Ellipsen)
Ein weiterer zentraler Begriff in GKS bildet die Workstation, die jedoch von ihrer Semantik nicht der Workstation in der Informationstechnik entspricht, sondern für ein abstraktes grafisches Aus-/Eingabegerät steht.
José L. Encarnação, L. M. Encarnação, Wolfgang R. Herzner: Graphische Datenverarbeitung mit GKS, Carl Hanser Verlag München Wien, 1987. ISBN 3446149783
Jörg Bechlars, Rainer Buhtz: GKS in der Praxis, Springer Verlag Heidelberg, 1994, 2. Auflage. ISBN 3540567852
Wolf-Dietrich Fellner: Computergrafik, BI Wissenschaftsverlag Mannheim, 1992, 2. Auflage. ISBN 3411151226
Wilfried Gawehn: Grafikprogrammierung mit C und GKS. BI-Wiss.-Verl., Mannheim 1991, ISBN 3-411-14981-7.