Lavierung, auch Lavur (von ital. lavare ‚waschen, wischen‘, vergl. Lavoir ‚Waschschüssel‘) ist eine Maltechnik, bei der Farbe in einer sehr dünnen Konsistenz aufgebracht wird. Dadurch erreicht man eine durchscheinende Farbfläche. Lavieren bezieht sich primär auf einen hohen Anteil wässriger und anderer leichtflüchtiger Lösungsmittel bei geringem Bindemittelanteil. Dieselbe Technik in filmbildenden Schichten (Öl, Tempera) ist das Lasieren.
Wie bei ostasiatischen Tuschesorten ist auch bei Pigmenten die Lasierfähigkeit (also der nicht-deckende Auftrag) eine der wichtigsten Eigenschaften: Sie entscheidet, ob das Pigment für Lavierungen tauglich ist. Farbstoffe sind im Allgemeinen gut lasurfähig. Daneben muss ein lavurfähiges Farbmittel aber auch in hoher Verdünnung noch gleichmäßigen Farbauftrag bieten: Etliche Pigmente neigen gerade bei hohem Anteil wässriger Lösungsmittel zu unangenehm fleckigem Erscheinungsbild. Daher ist die Farbmittelpalette für die Aquarellmalerei stark eingeschränkt. Hochwertige Tuschen, insbesondere aus dem asiatischen Raum, sind entsprechend kostspielig.
Angewendet wird Lavur:
Die drucktechnische Übertragung von Aquarellen oder lavierten Tuschezeichnungen mit der Aquatintatechnik wird Ätzlavierung genannt.