Die Pilatus PC-7 ist ein zweisitziges propellerturbinengetriebenes Schulflugzeug. Sie wurde aus der Pilatus P-3 abgeleitet. Sie wird im Gegensatz zur P-3 durch eine Propellerturbine angetrieben, verfügt über eine überarbeitete Zelle, eine neue Kabinenhaube und aerodynamische Verbesserungen.
Das einmotorige Schulflugzeug P-3 litt zeitlebens unter einer Untermotorisierung.[1][2] Der Chefkonstrukteur wollte keinen stärkeren Motor einbauen, da ein solcher durch sein Gewicht und Grösse die ganze Qualität des Flugzeugs in Frage gestellt hätte.[1] Schon im Jahr 1958 wurde der Einbau eines leichteren Turbinentriebwerks Turbomeca Astazou XII erwogen, was jedoch auf wenig Kundeninteresse stiess.[1] Erst acht Jahre später flog der ursprüngliche erste Prototyp der P-3, welcher als HB-HON bei Contraves als Zielschlepper im Einsatz gewesen war, nach dem Motorenumbau mit einer Propellerturbine, nun des Typs Pratt & Whitney Canada PT6A.[1] Der Erstflug der PC-7 mit dem um 30 cm verlängerten Rumpf wurde am 12. April 1966 durch Rolf Böhm durchgeführt.[3] Erst 1967 erhielt diese eigentlich P-3.06 benannte Maschine für den Luftfahrtsalon in Le Bourget die neue Bezeichnung PC-7.[2] In jenen Jahren war noch kein Bedarf für ein turbinengetriebenes Schulflugzeug vorhanden, der Prototyp ging zurück an Contraves und wurde am 9. September 1970 durch eine Bauchlandung derart beschädigt, dass sich ein Wiederaufbau nicht mehr zu lohnen schien.[3]
Als gegen das Jahr 1975 die Zeit reif war für einen Turbinen-Trainer, beschaffte sich Pilatus von der Schweizer Flugwaffe die P-3 mit den geringsten Flugstunden und baute diese Maschine A-871 zum Prototyp mit der zivilen Immatrikulation HB-HOZ um.[1] Der Erstflug erfolgte am 13. Mai 1975.[2] Das Flugzeug wurde wie sein Vorgänger in Paris ausgestellt und war zu diesem Zeitpunkt noch eine serienmässige P-3.05 mit einzig einem neuen Triebwerk. Erst bei den Flugversuchen nach der Ausstellung wurde das Höhenleitwerk um 28 Zentimeter nach hinten verschoben und das Seitenleitwerk etwas vergrössert. Zudem wurde die V-Stellung der Flügel von 3 Grad auf 7 Grad erhöht. Am 13. Mai 1976 wurde der Flugzeugtyp für den Serienbau frei gegeben.[4] Der Serienbau begann 1977, die erste Serienmaschine hatte ihren Roll-out am 16. August 1978, drei Tage vor dem Erstflug.[4]
Zunächst wurden die Flugzeuge exportiert, zu den Erstkunden zählten Bolivien, Burma und Mexiko.[2]
Der Prototyp HB-HOZ, die ehemalige Schweizer P-3 mit der militärischen Immatrikulation A-871, gelangte später als A-901 wieder zurück zur Fliegertruppe. Schon vor der Beschaffung einer Serie hatte die Fliegertruppe einmal 1978 die HB-HOZ getestet, danach 1979 zusätzlich zwei weitere Maschinen von Pilatus gemietet (A-902, A-903). Die Bestellung der Schweizer Serie von 40 Flugzeugen (inklusive der Gemieteten) erfolgte 1981.[4]
Aufgrund der guten Leistungen sowie niedrigeren Kosten im Vergleich zu Jettrainern fand die PC-7 auch guten Absatz. Die Qualitäten des Turbopropantriebs für die Pilotenausbildung im Basistraining, Instrumenten-, Kunst- und Nachtflug sowie insbesondere dem taktischen Training werden bei dem Modell P-7 bis heute von Piloten wie auch Ausbildern geschätzt.
Der PC-7 ist ein aus Leichtmetall gefertigter Tiefdecker mit einem Turbo-Prop-Triebwerk in der Nase. Die Cockpithaube ist zweiteilig und bietet hervorragende Sicht rundum. Das Fahrwerk lässt sich einfahren. Die Version PC-7 MkII ist mit zwei Martin-Baker CH.Mk.15Azero-zero-Schleudersitzen ausgerüstet.
Pilatus NCPC-7 der Schweizer LuftwaffePilatus PC-7 Turbo Trainer der österreichischen Luftwaffe
PC-7 „Turbo Trainer“
Doppelsitziger Basistrainer.
PC-7OE „Turbo Trainer“
Doppelsitziger Basistrainer mit Waffenpylonen für die österreichischen Heeresflieger.
PC-7 MkII „Turbo Trainer“
Bei dieser Variante stammen Rumpf und Avionik von der PC-9; die Kombination mit der Propellerturbine der PC-7 senkt die Unterhaltskosten.
NCPC-7 „Turbo Trainer“
Die nach einer Teil-Ausmusterung noch vorhandenen 27 Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe wurden mit einem IFR-tauglichen Cockpit und neuen Multifunction-Displays modernisiert. Die Bezeichnung NCPC-7 wurde in der Schweizer Luftwaffe vorübergehend verwendet, um modernisierte PC-7 (NC für „neues Cockpit“) von noch nicht modernisierten zu unterscheiden. Die Bezeichnung wurde nach dem Ende des Umbaus im Jahr 2009 aufgegeben und die Flugzeuge tragen erneut die Bezeichnung PC-7.[5]
PC-7 MKX „Smart Basic Trainer“
Ausführung aus dem Jahr 2021. Mit neuem Cockpit mit drei Multifunction-Displays. Mit verbessertem Motor Pratt & Whitney Canada PT6A-25C mit einer Leistung von 700 PS (514,8 kW). Optional kann das Flugzeug mit einem „Synthetic Vision System“, „Traffic Advisory System“, Autopilot und weiteren Extras ausgerüstet werden.[6]
S-68
Die Firma „HESA“ aus dem Iran produziert durch einen unlizenzierten Nachbau im Iran Kopien mit der Bezeichnung S-68.
↑Paul A. Jackson: Jane’s All the Worlds Aircraft, 1995–96, 86. Edition. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 1995. ISBN 978-0-7106-1262-5. S. 564–565.