Sphagnum quinquefarium ist ein Torfmoos, das in der Gattung Torfmoose (Sphagnum) geführt wird und zu den Laubmoosen (Bryophyta) gehört. Es wird im deutschen Sprachraum „Fünfzeiliges Torfmoos“[1] genannt.
Das Fünfzeilige Torfmoos ist eine Torfmoosart von normaler Größe und typisch steifer und kompakter Beschaffenheit mit halbkugelförmigen Köpfchen. Die Pflanzen können in trockenem Zustand metallisch schimmern. Die Färbung variiert von grün, gräulich weiß, gelblich bis purpurrot. Die 1–1,3 Millimeter langen, an der Spitze spitz bis stumpfen Stammblätter zeigen eine dreieckige bis dreieckig-zungenförmige Gestalt. Die Äste zweigen vom Stamm in faszikel- oder wirtelähnlichen Astbüscheln mit meist 3 abstehenden und 1–2 hängenden Ästen ab und sind deutlich fünfreihig beblättert. Die 1,1–1,5 Millimeter langen Astblätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich und an der Spitze leicht nach unten eingerollt.
Dieses Torfmoos ist üblicherweise mit dem Hain-Torfmoos (Sphagnum capillifolium), mit Girgensohns Torfmoos (Sphagnum girgensohnii) und dem Russow-Torfmoos (Sphagnum russowii) vergesellschaftet.
Das Fünfzeilige Torfmoos ist durch die Zerstörung seiner Lebensräume gefährdet. Dementsprechend beurteilt die Bundesrepublik Deutschland die Art in ihrer Roten Liste gefährdeter Arten in der Gefährdungskategorie 3 als gefährdet.[10] Die Schweiz führt die Art – allerdings als nicht gefährdet – in ihrer nationalen Roten Liste.[11]
Auf europäischer Ebene wird durch die Europäische Union[12] – und damit durch ihre Mitgliedstaaten wie Deutschland[1] – als auch durch die Schweiz[13][14] der Gefährdung durch Schutzmaßnahmen auf Gattungsbasis Rechnung getragen.
↑ abWISIA Suchdienst gefährdeter Arten. In: WISIA Online. Deutsches Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 14. Januar 2011 (Suche nach Sphagnum quinquefarium).
↑Sphagnum quinquefarium. Verbreitungskarte (GBIF observations ). European Environment Agency, abgerufen am 14. Januar 2011 (englisch).
↑ ab
Klaus Weddeling, Gerhard Ludwig: Sphagnum ssp. L. S.311 (online auf: weddeling.info [PDF; 55kB; abgerufen am 14. Januar 2011] Informationen zu Sphagnum quinquefarium).
↑
Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey, J. Döring: Moosflora. 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-2772-5, Bryophytina, Laubmoose, S.164.
↑Naturhistorisk museum (Natural History Museum), Universitetet i Oslo (University of Oslo): Moseherbariet (The Bryophyte Herbarium). In: Check list of norwegian mosses – sphagnatae. Abgerufen am 15. Januar 2011 (Sphagnum quinquefarium in Norwegen).
↑Sphagnum quinquefarium. In: The British Database of World Flora and Fauna. British Towns and Villages Network, abgerufen am 14. Januar 2011.
↑Ludwig Meinunger, Wiebke Schröder: Fünfzeiliges Torfmoos Sphagnum quinquefarium. In: Website des Projekts „Die Moose Deutschlands“. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2014; abgerufen am 2. August 2011 (nach Angaben aus Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands Stand 2007).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.moose-deutschland.de
↑Eva Maria Temsch: Sphagnumarten in Österreich.Sphagnum quinquefarium (Braithw.) Warnst. Abgerufen am 13. Oktober 2011.
↑Checkliste der Schweizer Moose.Sphagnum quinquefarium (Braithw.) Warnst. NISM Nationales Inventar der Schweizer Moosflora, abgerufen am 16. Januar 2011.
↑Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) in der konsolidierten Fassung vom 1. Januar 2007, abgerufen am 16. Januar 2011. ANHANG I: Natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen→ Saure Moore mit Sphagnum und ANHANG V: Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können → Sphagnum L. spp., S. 20 und 66.
↑Verordnung über den Natur- und Heimatschutz. Anhang 2 (Liste der geschützten Pflanzen) mit Sphagnum ssp. Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 16. Januar 2011.