Strictosidin-Synthase (Rauvolfia serpentina) | ||
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Bändermodell nach PDB 2FP9 | ||
Vorhandene Strukturdaten: s. UniProt | ||
Masse/Länge Primärstruktur | 322 Aminosäuren | |
Sekundär- bis Quartärstruktur | Monomer | |
Bezeichner | ||
Externe IDs |
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Enzymklassifikation | ||
EC, Kategorie | 4.3.3.2, Lyase | |
Reaktionsart | Pictet-Spengler Kondensation | |
Substrat | Tryptamin und Secologanin | |
Produkte | Strictosidin und H2O |
Strictosidin-Synthase ist ein pflanzliches Enzym, das die Mannich-artige Kondensation von Tryptamin und Secologanin nach Strictosidin katalysiert. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Biosynthese der Indolalkaloide. Das Enzym ist in den Vakuolen der Wurzeln lokalisiert.[1]
Der nächste Schritt im anabolischen Stoffwechselweg von Strictosidin ist die Deglykolysierung durch Strictosidin-Glucosidase und ergibt Cathenamin.[2]
Strictosidin-Synthase besitzt eine molekulare Masse von ungefähr 34 kDa und wurde erstmals 1979 aus Zellkulturen von in Catharanthus roseus isoliert und von Johannes Treimer und Meinhart Zenk an der Ruhr-Universität Bochum beschrieben.[3] Seither wurde das Enzym auch aus anderen Pflanzen der Familie der Hundsgiftgewächse isoliert und das Enzym der Arten Catharanthus roseus, Rauvolfia serpentina[4] und Ophiorrhiza pumila[5] wurde kloniert. Obwohl Strictosidin-Synthase eine hohe Substratspezifität[3] und eine hohe Substrataffinität aufweist (KM von 2,3 mM für Tryptamin und 3,4 mM für Secologanin[3]), toleriert es verschieden substituiertes Tryptophan und Secologanin ebenfalls als Substrate.[6]
Das Enzym gehört in die Klassen der Amin-Lyasen (EC 4.3), welche Kohlenstoff-Stickstoff Bindungen synthetisieren. Das Enzym spielt in der Synthese der Indolalkaloide eine wichtige Rolle, da Strictosidin der Vorläufer von etwa 3000[7] unterschiedlichen Indol-Terpen-Alkaloiden ist, darunter auch die beiden wichtigen Krebsmedikamente Vincristin und Vinblastin, das Malariamedikament Chinin, der Blutdrucksenker Reserpin und das Antiarrhythmikum Ajmalin.[8]
2006 gelang es Forschern der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, die Struktur des Enzymes aus Rauvolfia serpentina aufzuklären. Dabei lösten die Forscher sowohl die Struktur des nativen[9] Pflanzenproteins als auch die Struktur eines mutierten[10] Proteins.[8] Strukturell handelt es sich bei dem Enzym um einen Beta-Propeller mit einer sechsfachen pseudo-Symmetrieachse. Die sechs Untereinheiten bestehen aus vier antiparallelen Beta-Faltblättern. Das Protein kristallisiert als Dimer, ist jedoch als Monomer aktiv.[8]